Kunde aus dem medizintechnischen Umfeld optimiert Stücklisten-Management

Automatische Stücklistensynchronisation zwischen SAP und Teamcenter spart 230 Stunden ein

Mittwoch, 04.07.2018

Teamcenter und SAP: Zwei mächtige Werkzeuge, deren Daten für das Product Lifecycle Management einerseits und ERP andererseits genutzt werden, aber typischerweise verschiedene Sprachen sprechen und in zwei getrennten Datenwelten liegen. Bei einem Kunden im medizintechnischen Umfeld betraf dies u.a. auch das sog. Stücklisten-Management etwa für Computertomographen oder MRT-Geräte. Um diese beiden Datenwelten zu verbinden bzw. automatisch zu synchronisieren, beauftragte der Kunde den PLM-Spezialisten PITERION mit dem Projekt „BOM-Management“.

Jeder, der schon einmal eine detailgenaue Ansicht eines seiner Körperteile benötigte, kennt die „Röhre“ eines Magnetresonanz-Tomographen, kurz MRT. Der Kundeist ein führender internationaler Anbieter dieser bildgebenden medizinischen Geräte. Für das Product Lifecycle Management von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Verkauf sowie der Wartung und den Service nutzt der Klient die PLM-Software Teamcenter. Als ERP-Programm für alle kaufmännischen Belange ist SAP im Einsatz.

BOM-Management: Zwei Datenwelten in Teamcenter und SAP

Eine der tragenden Säulen im PLM ist das Management der „Bill of Material“, d.h. die Verwaltung der Stückgutlisten. Unterschieden werden sie in eBOM, welche alle Teamcenter-Daten der Entwicklungshistorie, die sog. eParts, inklusive CAD-Zeichnungen enthalten, und mBOM mit den einzelnen Fertigungsdaten (mParts), die in SAP zum Beispiel für die Nachvollziehbarkeit des Lagerbestandes gespeichert sind.

Manuelle Abgleiche

Da es bislang keine Schnittstelle zwischen den beiden „BOM-Welten“ in Teamcenter und SAP gab, aber alle 80 User auf beiden Seiten jederzeit auf den gleichen, konsistenten Datenbestand zugreifen müssen, wurden die Datenabgleiche bei dem Kunden manuell durchgeführt. „Konkret gab es in Teamcenter nur CAD Stücklisten, deren Information mit Hilfe von Excel-Listen mit mehreren Ebenen, Stück für Stück nach SAP übertragen wurden. Das war zeitaufwändig und auch qualitativ nicht zuverlässig, weil sich beim Kopieren der vielen Informationen – bei einem MRT-Gerät sprechen wir hier von tausenden Teilen – immer wieder Fehler einschlichen“, berichtet der verantwortliche Projektleiter von PITERION.

Ziel: Automatische Datensynchronisation

Um diesen Prozess zu optimieren, beauftragte der Klient den PLM-Spezialisten PITERION, den zentralen Daten-Backbone weiter zu entwickeln, und  die zwei bisher getrennten Datenwelten zu synchronisieren, um die volle Konsistenz zu garantieren. Zudem sollten Software-gesteuerte Freigabeprozesse implementiert werden. Das führende System war von Anfang an SAP, das für jedes Teil eine eindeutige ID vergibt, die auch durch die gesamte Historie hindurch erhalten bleibt.

Im Einführungsprojekt wurde die Datensynchronisation zunächst für drei Magneten mit 7.000 Teilen realisiert.

„Part“ als führende Stückgutliste

Dafür richteten die PLM-Spezialisten von PITERION das neue Teamcenter-Objekt „Part“ und einen automatischen Workflow ein, der in SAP existierende Teile mit ihren IDs und der BOM-Struktur ausliest, und in Teamcenter die gleiche Struktur anlegt und die Daten überleitet. Eine weitere wichtige Aufgabe war die Erstellung von Freigaberegeln und -Workflows: Die meisten Teile haben eine zugehörige, mit ihnen verlinkte Konstruktionszeichnung. Um sicherzustellen, dass nur korrekt verlinkte Teile von einem User freigegeben werden können, mussten die Freigabeprozesse für die Zeichnungen neu angepasst werden, so dass Freigaben nur gestartet werden können, wenn diese Beziehung zwischen Teil und den damit verlinkten CAD-Daten hergestellt war.

„Wie so oft in IT-Projekten mit unterschiedlichen Datenwelten war auch hier die große Herausforderung, in Teamcenter zunächst die Struktur mit allen notwendigen Objekt-Untergliederungen bis hin zu Materialbeschreibungen wie Gewicht oder Größe anzulegen und dann die Schnittstellen zu konfigurieren, um später die Migration aller Daten in das neue System automatisch anstoßen und durchführen zu können“, erklärt der Projektleiter von PITERION.

Zeiteinsparung und optimale Datenqualität

Das Mammutprojekt hat sich aber gelohnt – und zwar nachhaltig: Während die frühere manuelle Anlage einer Produktbeschreibung samt Referenzierung passender Zeichnungen aus der Excel-Liste in SAP bis zu zwei Minuten dauerte, geschieht dies heute vollkommen automatisch und alle Stücklisten-Daten sind in beiden Systemen sofort synchronisiert. „Bei Komponenten bestehend aus 7.000 Teilen bedeutet das eine Zeitersparnis von rund 230 Stunden. Und da sind eventuelle Korrekturen für Fehleingaben noch nicht mit berücksichtigt“, berichtet PITERION.

Aufgrund des Projekterfolges plant der Kunde und PITERION zukünftig weitere Vorhaben: So soll auch das Change Management in Teamcenter abgebildet und aus den Stücklisten detailgenaue Aufbauanleitungen abgeleitet werden. In einem weiteren Schritt ist vorgesehen, die Fertigungssteuerung an Teamcenter anzuschließen.

Automatische Stücklistensynchronisation zwischen SAP und Teamcenter spart 230 Stunden ein
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Über PITERION

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