Product Lifecycle Management (PLM) im Zeitalter von Industrie 4.0

Was bedeutet Industrie 4.0?

Die heute stattfindende Digitalisierung bietet eine großartige Chance: individuell für den Kunden geschaffene Produkte zu industriellen Konditionen herzustellen.

Ein Beispiel: Vor einem Jahrhundert war es durchaus noch üblich, ein Möbelstück individuell vom örtlichen Schreiner nach seinen persönlichen Wünschen fertigen zu lassen. Heute sind wir es gewohnt, derartige Produkte zu sehr günstigen Preisen in großen Möbelhäusern zu kaufen. Dies geht jedoch in der Regel zulasten jeglicher Individualität, da es sich meist um Massenware handelt, die nur deswegen so günstig ist, weil sie in einem industriell bis aufs Äußerste optimierten Umfeld entstanden ist.

Industrie 4.0 und all seine Erscheinungsformen versetzen die Unternehmen nun erstmals in die Lage, sehr nahe und sehr flexibel am Kunden zu agieren und gleichzeitig industrielle Strukturen auszunutzen. Das heißt, die Losgrößen eines Produkts können drastisch reduziert werden – unter Aufrechterhaltung einer hohen Gesamtproduktionsmenge. Mass Customization sei hier als ein Stichwort genannt. Um bei dem Möbelbeispiel zu bleiben: Der Kunde kann nun direkt so bestellen, dass sein künftiger Schrank perfekt auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt produziert wird.

Ein weiteres greifbares Beispiel sind Herrenausstatter im Internet. Diese agieren unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz und genauer Kenntnis ihrer typischen männlichen Kundschaft sehr eng an deren Bedürfnissen und Verhaltensweisen. Menschen werden dabei nicht ersetzt, sondern bewusst in den Kundenbetreuungsprozess eingebunden. Damit ahmen sie den klassischen Herrenausstatter von vor hundert Jahren nach, der seine Kunden individuell beriet und ganzheitlich betreute. Nun jedoch unter Zuhilfenahme digitaler Möglichkeiten, moderner Logistik und industrieller Produkte.

Digitalisierung bedeutet für den Kunden letztlich die Rückkehr zur Individualität, nachdem diese lange Zeit zugunsten günstiger Massenprodukte in den Hintergrund getreten war.

Um dies zu ermöglichen, müssen die internen Unternehmensprozesse mit der verfügbaren Informationstechnologie möglichst eng aufeinander abgestimmt werden. Und zwar durchgängig, entlang des gesamten Produktlebenszyklus und unter Einbeziehung der gesamten Lieferantenkette –genau darin besteht die Herausforderung.


Die Rolle des Product Lifecycle Management (PLM)

Das Herzstück eines Industrieunternehmens sind seine Daten und Prozesse rund um das Produkt und den Kunden. In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine Reihe von Expertensystemen beschafft, um einzelne Aufgaben besser bewerkstelligen zu können: Customer Relationship Management (CRM), Computer-Aided Design (CAD), Computer-Aided Engineering (CAE), Computer-Aided Manufacturing (CAM), Manufacturing Execution System (MES) und Enterprise Resource Planning (ERP) seien an dieser Stelle als einige typische Expertensysteme genannt, die diverse Prozessstränge im Unternehmen unterstützen. Diese Prozessstränge greifen an vielen Stellen ineinander und sind somit nicht voneinander zu trennen.

Das Product Lifecycle Management (PLM) verbindet die oben genannten Disziplinen entlang dessen, womit ein Industrieunternehmen primär sein Geld erwirtschaftet: nämlich seiner Produkte. Marktforschung, Produktdesign, Vorentwicklung, Serienentwicklung, Test, Fertigung, Verkauf, After Sales Services und Recycling sind diejenigen Stationen, die ein Produkt in seinem Leben durchläuft und in denen es ständig Änderungen unterworfen ist. Damit ist PLM eine zentrale Disziplin bei der Digitalisierung.


Die Aufgaben sind vielfältig

Bestehende Systembrüche und Datensilos, die von einer Vielzahl von Expertensystemen herrühren, sind für effiziente industrielle Prozesse hinderlich und müssen aufgelöst werden. Riesige Datenmengen stehen zur Verfügung und müssen in verwertbare Information verwandelt werden. Menschen müssen es einfach haben, diejenige Information auf eine intuitive Art und Weise zur Verfügung gestellt zu bekommen, die für ihre Aufgabe relevant ist. Individuelle Fähigkeiten müssen dabei genauso berücksichtigt werden wie das persönliche Arbeitsumfeld. Lieferanten müssen ebenso flexibel agieren und reagieren können, wie es ihre Kunden tun. Produktionsanlagen müssen so flexibilisiert werden, dass sie effizient auf unterschiedlichste Schwankungen reagieren können.

Es gibt noch eine Vielzahl von Möglichkeiten und Stellschrauben, die angegangen werden können. Wichtig ist, bei allen Prozessschritten möglichst nah am Kunden zu agieren.


Technologische Möglichkeiten nutzen

Große Softwarehäuser bieten mächtige Gesamtlösungen an, die in der Lage sind, oben genannte Aufgaben ohne größere Systembrüche zu bewältigen. Dabei hat jede Branche und jedes Unternehmen eine eigene Historie, Arbeitsweise, Kultur und Systemlandschaft. Ein erfolgreicher Übergang in Richtung digitaler Zukunft kann nur gelingen, wenn ein tiefes Verständnis für die individuelle industrielle Arbeitsweise mit einer ebenso tiefen Kenntnis der eingesetzten Softwaresysteme und Technologien einhergeht. Dieser Aufgabe hat sich PITERION verschrieben.

Moderne Technologien, wie zum Beispiel Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), Mixed Reality (MR), Voice User Interface (VUI), mobile Web Clients, Cloud Solutions, Big Data, Organic Design, 3D-Druck, digitaler Zwilling, Crowd Production oder künstliche Intelligenz (KI), erscheinen vielversprechend. Die Frage dabei ist jedoch, welche der genannten Technologien in welcher Form, zu welchem Zeitpunkt und in welchen Prozessschritten geeignet sind, um auch einen wirklichen industriellen Effizienzgewinn zu erzielen.

Wir bei PITERION beschreiten den Weg, unsere langjährige und branchenübergreifende industrielle Expertise einzusetzen, um unseren Kunden optimale Lösungsvorschläge zu unterbreiten und diese auch umzusetzen. Dabei haben wir Partnerschaften mit etablierten großen Systemanbietern, damit wir deren mächtige Lösungen auch im Detail verstehen. Ebenso arbeiten wir als Technologiescout mit einer Reihe von Spezialisten in den oben genannten Technologien zusammen und integrieren deren Lösungen bei entsprechender Eignung in das industrielle Umfeld unserer Kunden. In zahlreichen Prototypen testen wir vielversprechende Lösungen auf deren industrielle Tauglichkeit. Wir probieren bereits heute das für unsere Kunden aus, was sie morgen erfolgreich einsetzen können!